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Brrrrrrrrrrr!Es ist kalt geworden! Der Herbst hält Einzug im Lande und ich frage mich, wo ist der Sommer geblieben? Während in Deutschland das Thermometer langsam aber stetig steigt und die Leute den ersten Vorgeschmack des bevorstehenden Sommers in vollen Zügen genießen, sitze ich hier mit dicken Pulli, langer Hose und den guten alten Wollsocken von Mutti und frage mich nochmals: WO IST DER SOMMER? Ich meine, hey, dass es irgendwann kalt wird das wusste ich,aber jetzt und so kalt? Ich meine: Hallo, ich bin in Brasilien?! Gut,wenn man in den Norden reist da trifft man noch auf schöne 37°C aber hier da sucht man danach lange! Ich muss mich damit wohl abfinden, aber gut heißen kann ich das auf gar keinen Fall! Ich will den Sommer zurück,ich will einen wolkenlosen Himmel, ich will meine unmenschlichen 39°C und mehr im Schatten, ich will Strand und Meer, gebräunte Haut und nackte Popos,ich will Schwitzen und Sonnenbrand. Gut letzteres nicht wirklich, aber es gehört halt dazu! Ich bin ein Sommerkind und brauche meine Sonne!Ich will keinen Regen mehr und ich will keine 13°C bei bewölkten Himmel. Und das beste: der Winter steht mir noch bevor...
Meine Arbeit im Projekt läuft schleppend vorran. In letzter Zeit habe ich ein wenig die Motivation verloren, weil mein Englisch Unterricht nicht die erhoffen Ergebnisse erzielt hatte. Mein Recyle Unterricht läuft zum Glück, aber meinen Englisch Unterricht habe ich aufgegeben. Die Arbeit mit den Jugendlichen ist schwierig. Die Mehrheit ist unmotiviert und weiss nicht was mit sich anzufangen. In der Schule kann man die Kinder mehr oder wenig mit Noten motivieren, aber im Projekt geht das nicht. Die Jugendlichen können und wollen keinen positiven Effekt hinter meiner, aber auch hinter der Arbeit anderer Erzieher sehen. Ich kann das auf jedenfall nachvollziehen. Die Zukunft vieler ist schon geschrieben bevor sie überhaupt richtig beginnt. Das Leben der Jugendlichen ist geprägt von zerrüttelten Familien, einer unqualifizierten Schulausbildung, Gewalt, Sex und Drogen. Der größte Erfolg für die Jugendlichen aus dem Projekt ist es, die Schule irgendwie zu beenden und irgend einen Job zu finden und sich nicht den Drogen hinzugeben. Um die Jugendlichen zu überzeugen und zu motivieren müsste man eine handfeste und sichere Zukunft geben, aber das können wir in der Form nicht. Unsere Arbeit ist es, die Kinder von ihrem tristen Alltag ein wenig abzulenken, ihnen Freude zu bereiten und ein warmes Essen zu bieten. Ihnen banale Dinge wie z.B.: Bitte und Danke beizubringen. Ihnen zuzureden regelmäßig zur Schule zu gehen und Hausaufgaben zu machen.
Viele der Kinder und Jugendlichen haben sich schon aufgeben und leben in ihren Träumen, die sie aus dem Fernsehen oder aus dem Internet geschappt haben, aber das Projekt und die Mitarbeiter haben diese Kinder noch lange nicht aufgegeben und deswegen geht ihre und meine Arbeit noch weiter!
Samstag, Juni 05, 2010
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von
Rafa
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2 Kommentare:
viel respekt und alles gute nach brasilien!
(wie wärs mit nem sommerurlaub in deutschland? sitze gerade bei 30° auf meinem balkon. (; )
ich schicke dir ein wenig sonnenschein rüber, die sonne lässt sich hier endlich auch mal des öfteren blicken :)
meinen respekt hast du auch... es ist unglaublich, was du da alles bewegst und wieviel energie und in das projekt steckst!!!
:*
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