Segunda caminhada da Juventude

Vor 2 Wochen hat die Kirchen Jugend der Paróquia Sagrada Familie(Gemeinde Heillige Familie) in Cariacica, ein Zusammenschluss der Regionen Nova Rosa da Penha 1+2, Porto Belo, Nova Esperança, Cachoueiro und Pica Pau, einen Marsch veranstaltet um den Bewohner die grosse Praesenz der Jugendlichen und Kinder zu zeigen, die mit dem Glauben Gottes leben. Es war eine Wanderung von Nova Rosa da Penha 2 bis hin nach Cariacica - Sede.Eine Strecke von guten 4 km. Eine Veranstaltung, die zum Glauben rufen sollte:"Wenn du gehst, dann gehe mit Gott!"
Es war echt beeindruckend wie viele Jugendliche aus Ueberzeugen daran teilgenommen haben, es waren an die 400 Personen, wenn nicht noch mehr. Ich habe die 3 Tage sowie Naechte vor der Wanderung damit verbracht meiner gastmutti und ihrer Mutter zu helfen, die 400 Shirts zu schneiden und zusammen zu naehen. Es war unglaublich viel arbeitet und ich haette nicht gedacht, dass wir das zu 3. hinkriegen wuerden...
Die Wanderung wurde angefuerht von einem grossen LKW mit Boxen und einigen Jugendlichen und mit Padre Claudio, die die Menge mit Gebeten und viel kirchlicher Musik in Stilrichtung wie Samba und Rock, aber echt schoener Musik fuer alle die, die sich jetzt denken "Kirchenmusik?!".

Hier einige Bilder:







die Jugendlichen in Rot sind im uebrigen die, die das alles organisiert haben und dafuer gesorgt haben, dass kein MUell auf die Strasse geworfen wurde und, dass keiner von einem Bus oder Auto angefahren worden ist...

Parabéns Cariacica!

Herzlichen Glückwunsch zum 120. Geburtstag, Cariacica!Anlässlich zum großen Geburtstag gab es viele kleine und große Shows und Veranstaltungen um dieses wichtige Datum, die Stadt und vorallem die Bürger/Innen gebührend zu feiern! Eine Woche lang gab es täglich eine Show eines regionalen oder überregionalen Künstler in jeweils einer anderen Region Cariacicas.Cariacica ist eine der 6 Regione vom Grande Vitoría und ist ca. 285.00 km² groß mit einer Einwohnerzahl von 356.536 und liegt ca. 10km von der Hauptstadt Vitoría entfernt. Die Organisation ist wie folgt Brasilien> Espirito Santo> Vitoría> Cariacica> Nova Rosa da Penha 2.
Ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen, an dieser großen Zelebration teilzunehmen, und bin Samstagabend mit meinen Freunden nach Campo Grande ca. 15 min von NRDP 2 gefahren, um dort den Auftritt der örtlichen Samba Schule " Independente de Boa Vista" und dem Highlight der Geburtstagwoche "Jota Quest" anzusehen! Jota Quest ist eine 5 köpfige Rock/Pop Band die Mitte der 90er im Nachbarbundesstaat Minas Gerais gegründet worden ist. Trotz fiesen Nieselregen war es ein sehr schöner Abend hier die Bilder:





Marcelo D2 - Desabafo

Copa do Mundo 2010









wie wir hier die Spiele unserer 11 feiern!

Aktuelles

Brrrrrrrrrrr!Es ist kalt geworden! Der Herbst hält Einzug im Lande und ich frage mich, wo ist der Sommer geblieben? Während in Deutschland das Thermometer langsam aber stetig steigt und die Leute den ersten Vorgeschmack des bevorstehenden Sommers in vollen Zügen genießen, sitze ich hier mit dicken Pulli, langer Hose und den guten alten Wollsocken von Mutti und frage mich nochmals: WO IST DER SOMMER? Ich meine, hey, dass es irgendwann kalt wird das wusste ich,aber jetzt und so kalt? Ich meine: Hallo, ich bin in Brasilien?! Gut,wenn man in den Norden reist da trifft man noch auf schöne 37°C aber hier da sucht man danach lange! Ich muss mich damit wohl abfinden, aber gut heißen kann ich das auf gar keinen Fall! Ich will den Sommer zurück,ich will einen wolkenlosen Himmel, ich will meine unmenschlichen 39°C und mehr im Schatten, ich will Strand und Meer, gebräunte Haut und nackte Popos,ich will Schwitzen und Sonnenbrand. Gut letzteres nicht wirklich, aber es gehört halt dazu! Ich bin ein Sommerkind und brauche meine Sonne!Ich will keinen Regen mehr und ich will keine 13°C bei bewölkten Himmel. Und das beste: der Winter steht mir noch bevor...

Meine Arbeit im Projekt läuft schleppend vorran. In letzter Zeit habe ich ein wenig die Motivation verloren, weil mein Englisch Unterricht nicht die erhoffen Ergebnisse erzielt hatte. Mein Recyle Unterricht läuft zum Glück, aber meinen Englisch Unterricht habe ich aufgegeben. Die Arbeit mit den Jugendlichen ist schwierig. Die Mehrheit ist unmotiviert und weiss nicht was mit sich anzufangen. In der Schule kann man die Kinder mehr oder wenig mit Noten motivieren, aber im Projekt geht das nicht. Die Jugendlichen können und wollen keinen positiven Effekt hinter meiner, aber auch hinter der Arbeit anderer Erzieher sehen. Ich kann das auf jedenfall nachvollziehen. Die Zukunft vieler ist schon geschrieben bevor sie überhaupt richtig beginnt. Das Leben der Jugendlichen ist geprägt von zerrüttelten Familien, einer unqualifizierten Schulausbildung, Gewalt, Sex und Drogen. Der größte Erfolg für die Jugendlichen aus dem Projekt ist es, die Schule irgendwie zu beenden und irgend einen Job zu finden und sich nicht den Drogen hinzugeben. Um die Jugendlichen zu überzeugen und zu motivieren müsste man eine handfeste und sichere Zukunft geben, aber das können wir in der Form nicht. Unsere Arbeit ist es, die Kinder von ihrem tristen Alltag ein wenig abzulenken, ihnen Freude zu bereiten und ein warmes Essen zu bieten. Ihnen banale Dinge wie z.B.: Bitte und Danke beizubringen. Ihnen zuzureden regelmäßig zur Schule zu gehen und Hausaufgaben zu machen.
Viele der Kinder und Jugendlichen haben sich schon aufgeben und leben in ihren Träumen, die sie aus dem Fernsehen oder aus dem Internet geschappt haben, aber das Projekt und die Mitarbeiter haben diese Kinder noch lange nicht aufgegeben und deswegen geht ihre und meine Arbeit noch weiter!

wie die Zeit vergeht...

schon mehr als ein Monat her, dass ich hier berichtet habe.
Ja was soll ich sagen?!
Mittlerweile sind Sabrina und Clemens ins gute alte Soest zurück gekehrt und schlagen sich jetzt neben Fernweh und Zukunftsplänen auch mit der stumpfen Erkenntnis ab, dass alles beim alten geblieben ist nur man selbst sich weiter entwickelt hat.
Die Arbeit hat für mich dann auch endlich wieder angefangen. Nachdem ich vorher nur passiv an den Aktivitäten im Projekt teilgenommen hatte, bin ich jetzt mitten drin statt nur dabei. Ich unterrichte Englisch für die Großen und wandel zusammen mit den Kleinen,Milchtüten und Plastikflaschen in Portmonnaines und Vogelhäuser um. Es gibt Tage an denen ich einfach nur verzweifeln möchte, weil einfach nichts klappt aber im Großen und Ganzen machen mich meine Kinder sehr stolz und zeigen mir, dass die ganze Arbeit nicht umsonst ist!
Neben der Arbeit habe ich in meiner Gastfamilie eine 2. Familie gefunden, die ich sehr ins Herz geschlossen habe und wenn ich jetzt dran denke dieses Leben, was für mich noch so viel mehr bedeutet, in einigen Monaten zurück zulassen, bricht es mir schon jetzt das Herz genauso wie es mir das Herz gebrochen hatte mein Leben in Deutschland zurück gelassen zu haben.Vielmehr bin ich jetzt am überlegen wie ich meinen Wunsch von Verlängern und das Weiterleben meines Traumes mit Studium, beunruhigten Eltern sowie zurückgelassene Freunde in Einklang kriege.

Ins Leben zurückgeworfen.


Zurück in Deutschland.
Nach einer Woche sind meine einzigen Ausgaben die für Bier, es gibt keine Verpflichtungen wie Miete oder Nudeln kaufen, aber auch keine Berge, kein Meer und niemand mehr, der kein Deutsch versteht. Alles ist anders, von einer Millionenstadt nach Soest, von den Rockies ins Sauerland, vom Pazifik zum Möhnesee, vom Ale zu Pils, vom Pickup zum Polo, vom ae zum ä, vom Toast zum Brot, von Nudeln zu Mamis Küche, von Automatik zu Kupplung.

Leute fragen mich wie es denn nun war. Ich sage dass es genial war, erzähle wo ich ungefähr war und was ich gemacht habe. Das klingt dann meistens gar nicht mal soooo spannend, aber wie soll man auch eine so lange Zeit in drei Sätze zusammenfassen? Ich glaube Leute die reisen wissen warum sie es tun, nicht wie sie es anderen erklären können.

Am schwierigsten sind diese wow-Momente, Kopfschüttel-Momente, diese Momente eben , die es wohl nur beim Reisen gibt: Wenn drei Jungs am Gipfel eines Berges stehen, in die Ferne starren und vor lauter Panorama nicht mal die Kamera rausholen, sondern nur schweigen und lächeln können. Wenn du nachts im Bett liegst und das Donnern der Wellen hören kannst. Wenn du nach einer Woche Kanada fernab der Stadt abends ein Bier trinkst und 20m weiter ein Otter aus dem Wasser tappst. Zu dritt mit Mopeds über Hawaii fahren, Sonnenuntergänge mitten im Pazifik. Die Stille in einem Tal in dem es nicht mal Radiosignale gibt. Keine Hotels. Keine Gastfamilien. Deine erste Wohnung, 3 Minuten vom Meer entfernt. Pancakes zum Frühstück. Die aufgehende Sonne über einem Gletscher. Whiskey und Bär-Geschichten am Lagerfeuer. Tiefschnee. Neuschnee. Olympia. Waldbrände am anderen Seeufer. Meer. Berge. Wüste. Regenwald und Urwaldriesen. Hinter einem zugefrorenen Wasserfall stehen, den man schon im Sommer gesehen hat. Eishockey. Sonnenschein nach 28 Tagen Regen. Dein komplettes Leben zum ersten Mal selber regeln, Job, Miete, Kochen, Freizeit. Etwas deinen Alltag nennen. Freunde. Zu wissen dass du in 20min dein komplettes Hab und Gut in Taschen packen kannst und damit trotzdem noch laufen kannst.

Eine Zusammenfassung ist völlig hoffnungslos.

Sich von heute auf morgen an Soest zu gewöhnen auch.